Alexander HAAG und seine Wachteln - Idylle auf Berghof 

 
Sie wohnen "Außerhalb 1". So heißt ganz offiziell die Straße, wo 2.000 Wachteln residieren. Der Immobilienfachmann Alexander Haag hat sich selbst umgeschult und betreibt mittlerweile Hessens größte Wachtelfarm. Seine Mitarbeiterinnen sind klein, aber oho: Haags Wachteln legen 1.200 Eier jeden Tag. Auf seiner Wachtelfarm im Schottener Ortsteil Rainrod scheinen sie sich wohl zu fühlen.

Die Volieren, die Haag selbst konstruiert und gebaut hat, sind geräumiger, als es die deutschen Gesetze vorschreiben. Er hat sich selbst zu den Schweizer Vorgaben zur Wachtelzucht verpflichtet. Regelmäßige Kontrollen durch das Veterinäramt Gießen bestätigen den erfinderischen Züchter in seiner Arbeit.Zehn bis zwölf Gramm wiegen die kleinen braun gesprenkelten Eier, die Haag jeden Tag sammelt. Dabei sind Wachteln nur etwa 15-20 cm groß und wiegen 90 bis 100 Gramm. Jedes Ei – und davon legt ein junges Wachtelweibchen etwa eins am Tag – ist also ein richtiger Kraftakt.


Im nächsten Jahr will er versuchen, die Wachteln zu einem Umzug nach draußen zu bewegen. Ob sie dann noch eifrig Eier legen, die auch zu finden sind, weiß er noch nicht. „Wachteln verstecken ihre gelegten Eier gern. Da muss man im Freigelände ganz schön suchen.“ Bis dahin will Haag seinen Käuferkreis gern noch erweitern. Großkunden sind bislang vor allem Supermärkte mit russischen Spezialitäten - dort schätzt man Wachteleier schon länger. Aber deutsche Gaumen kommen nach und nach auf den Geschmack. Wer Eier vom Haagschen Hof kaufen möchte, hat in und um Schotten Glück. Ansonsten lohnt sich auch ein kleiner Ausflug in die Gegend.

Käufer ab Hof können über www.wachtelfarm-berghof.de den Kontakt herstellen. Am besten fragt man auch gleich nach dem Weg. Ohne die Hilfe seiner Mutter wären die Tage lang. Sie hilft beim Ausmisten, verpackt die Eier und hat die „psychologische Betreuung“ der Wachteln übernommen. Sie redet mit den Tieren, wenn sie morgens in den Stall kommt. Und sie kennt hunderte Möglichkeiten, Wachteleier zuzubereiten. Nicht nur das Ei an sich kann unterschiedlich gegart (oder roh) vertilgt werden. Überall da, wo sonst Hühnereier zum Einsatz kommen, ist auf dem Hof der Haags Wachtelei drin. Eine kleine Schere hat ihr der Sohn mitgebracht, mit deren Hilfe lassen sich die zierlichen Eier mit ihrer recht festen Unterhaut schneller und besser verarbeiten. Und so gibt es im Haagschen Haushalt alles mögliche mit Wachtelei drin: Vom Kuchen über Pizza, Eierlikör oder ganz herkömmlich als Rührei.


100 Gramm Wachtelei haben etwa 160 Kalorien und 11 Gramm Fett. Hühnerei kommt pro 100 Gramm auf 322 Kalorien und 27 Gramm Fett. Und auch, wer auf seinen Cholesterinspiegel achten sollte, könnte öfter auf Wachtel zurückgreifen. Da steht es 844 mg zu 1.085 mg für die schlankere Wachtel.